Wie kalt sollte Sekt getrunken werden?
Um sein besonderes Geschmackserlebnis voll zu entfalten, braucht jedes Getränk die richtige Trinktemperatur. Dabei gilt grundsätzlich: zu große Kälte macht jedes Geschmackserlebnis zunichte. Wobei es der Sekt im Vergleich zum Wein lieber etwas kühler hat. Die optimale Trinktemperatur ist je nach Art des Sektes leicht unterschiedlich:
- bei weißem Sekt zwischen 5 – 7 °C
- bei Rosé-Sekt zwischen 6 – 8 °C
- bei rotem Sekt zwischen 9 – 11 °C
Falls Sie gern ein Glas Sekt genießen möchten, aber keine gekühlte Flasche zur Hand haben, können Sie schnell Abhilfe schaffen. Füllen Sie Ihren Sektkühler mit kleinen Eisstückchen, die Sie mit Wasser übergießen und mit ca. 2 Esslöffel Salz bestreuen. Das Eis taut und es entsteht Verdunstungskälte. Drehen Sie dann die Flasche in der Kältesole ungefähr 10 Minuten vorsichtig um den Flaschenhals – schon hat Ihr Sekt Trinktemperatur erreicht. Der Fachmann nennt dieses Verfahren "frappieren".
Was ist eine Dosage?
Bei der Sektherstellung gibt es die Dosage gleich zweimal. Zuerst wird der Weinkomposition (Cuvée) Zucker und Hefe, genannt Fülldosage, zugefügt. Damit ist die zweite Gärung überhaupt erst möglich. Der so entstandene Sekt ist jedoch noch ungewöhnlich herb, völlig zuckerfrei und wird mit der "Versanddosage" harmonisch abgestimmt. Dies ist eine genau bemessene Menge in Wein gelösten Zuckers. In der EU gelten dafür folgende Vorschriften (Zucker in Gramm pro Liter):
- brut natur 0-3 g/l
- extra brut, extra herb 0-6 g/l
- brut, herb 0-15 g/l
- sehr trocken, extra dry 12-20 g/l
- trocken, dry-sec 17-35 g/l
- halbtrocken, demi-sec 33-50 g/l
- mild, süß, doux über 50 g/l
Die Bezeichnungen müssen auf dem Etikett stehen.
Welches Sektglas eignet sich am besten?
Aus dem richtigen Glas getrunken bekommt der Sektgenuss den letzten Schliff. Traditionell wird der Sekt aus schlanken, hohen Kelchen oder leicht ballon- bzw. tulpenförmigen Gläsern getrunken. Am besten verwenden Sie dünnwandige, schlanke Gläser, die an ihrer tiefsten Stelle eine Aufrauhung besitzen, den sog. Moussierpunkt. Hier entbindet sich das Mousseux und steigt in einer Kette kleiner Perlen an die Oberfläche.
In den fünfziger Jahren servierte man Sekt gerne in Schalen mit großen Oberflächen. Glücklicherweise ist dieses ungeeignete Glas wieder aus der Mode gekommen. Aufgrund der großen Öffnung entweicht das Bukett nämlich sehr schnell und das Mousseux kann sein brillantes Spiel nicht entfalten.
Unser Tipp: Bei Spülen muss man aufpassen. Spülmittel entspannen nicht nur das Wasser, sondern töten auch den Schaum, so dass der Sekt nicht mehr perlt. Sektgläser sollten also mit klarem, heißem Wasser gespült und mit einem feinen Tuch ausgerieben werden.
Was bewirkt der Löffel im Flaschenhals?
Zu der Frage, ob sich Kohlensäure durch einen Silberlöffel in der Sektflasche länger hält, wurden schon verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Tatsächlich trägt ein Silberlöffel (auf keinen Fall ein Metalllöffel wegen der Oxidation) in einer Sektflasche dazu bei, die Kohlensäure etwas länger zu halten. Der herausragende Löffelkopf dient hier als Radiator und strahlt die am Stiel empfangene, hoch geleitete Wärme ab. Die Restluft in der Flasche kühlt ab und hält so den Austritt der Kohlensäure auf. Mit zunehmender Länge des Löffelstiels verstärkt sich die Wirkung. Weitaus besser ist aber ein Sektflaschenverschluss, der die Flasche dicht abschließt.
Eine mindestens halbvolle, offene Sektflasche hält ihre Kohlensäure im Kühlschrank für gut einen Tag. Grundsätzlich empfiehlt es sich jedoch, Sekt direkt nach dem Öffnen der Flasche auch zu konsumieren, denn nur dann hat er sein volles Aroma und auch den höchsten Anteil an Kohlensäure.
Wie kommen die Perlen in den Sekt?
Das Kohlendioxid, das später in Ihrem Sektglas so schön perlt und dem Sekt sein einzigartiges Prickeln verleiht, entsteht bei der für Sekt typischen zweiten Gärung. Dabei wird die sorgfältig komponierte Cuvée aus edlen jungen Weinen mit Kristallzucker und Reinzuchthefe versetzt, um die zweite entscheidende Gärung auszulösen. Diese Gärung findet in einem druckfesten Behälter statt, entweder in der Flasche oder in einem Fass, aus dem die Kohlensäure nicht entweichen kann.
Bei einem Druck von 6 bar hören die Hefezellen auf zu arbeiten. Der Sekt ruht jetzt noch mindestens sechs Monate auf der Hefe, was zur Bildung seines feinen Aromas entscheidend beiträgt.
Vor der endgültigen Abfüllung werden die Heferückstände entfernt und der Sekt kommt kristallklar in die Flasche. Die charakteristischen Perlen entstehen dann erst, wenn Sie die Flasche öffnen. Vom Druck befreit, sammelt sich die Kohlensäure zu feinen Bläschen, die langsam perlend in Ihrem Glas aufsteigen und für den prickelnden Genuss sorgen.
Ist Prosecco auch ein Sekt?
Nein. "Prosecco" ist der Name einer Trauben- bzw. Weinsorte und ebenso ein Gebietsname. Die Prosecco-Trauben dürfen in ganz Italien und auch im Ausland angebaut werden. Aber nur, wo Prosecco-Trauben drin sind, darf auch Prosecco draufstehen. Dabei gibt es "Prosecco-Frizzante" (Kohlensäuredruck zwischen 1 und 2,5 bar und Gesamtalkohol mindestens 10,5 % vol) und "Prosecco-Spumante" (Kohlensäuredruck mindestens 3 bar und Gesamtalkohol mindestens 11 % vol).
Wie kommt der Korken in die Sektflasche?
Der Sektkorken wird maschinell erstellt und gepresst. Dies kann auch durch eine Handmaschine geschehen. Er wird mit einem Stößel in die Flasche gedrückt. Sehr wichtig ist – gerade bei einem Naturkorken – die Qualität des verwendeten Materials. Bei Söhnlein Brillant verwenden wir einen Polystopfen, um der Problematik des Korkgeschmacks zu entgehen. Er muss bruchfest, drehfest (bis 45 Grad Torsionswinkel) und extrem dicht sein
Was ist der Unterschied zwischen Sekt und Champagner?
Champagner unterscheidet sich von Sekt durch seine Herkunft. Nur moussierende Weine aus der französischen Region "Champagne" können als Champagner bezeichnet werden.
Wann wurde die deutsche Schaumweinsteuer eingeführt?
Die Sektsteuer wurde bereits vor dem 1. Weltkrieg zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte eingeführt und bis heute beibehalten.